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 Betreff des Beitrags: Brauche bitte Rat!
BeitragVerfasst: 28. Jun 2015 18:49 
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Registriert: 20. Jun 2015 8:02
Beiträge: 9
Wohnort: Hildesheim
Hallo,
ich lese schon lange mit und habe mich endlich angemeldet ☺
Weil es mir so schlecht geht und nach einigen Arztwechseln wurde ein erhöhter TSH gemessen. Da mir der Arzt auch inkompetent erschien wechselte ich erneut. Im April wurde meine Schilddrüse dann untersucht.
Diagnose struma nodosa und latente unterfunktion. Ich würde gerne mal meine Ergebnisse schreiben, um eure Meinung zu hören.
Blutwerte (habe nicht alle aufgeführt )
TSH basal (0,27-4,2) 5,29 mIU/l
MCV (80-96) 98 fl -> macrozytose
Blutsenkung (bis 10/bis 20) 26/32
freies ft3 (2,21-4,68) 2,88 pg/ml
Freies ft4 (0,73-1,95) 1,11 ng/dl
TPO Antikörper (<60) 38,1IU/mL
TSH Rezeptor Antikörper (<1,75) <0,30
Vitamin b12 , cobalamin (211-911) 265 pg/ml

Ultraschallergebnis:
Echoarme zervikale Schilddrüse von 5ml rechter SDL und 3,2ml linker SDL. Gesamtvolumen 8,2ml (Normwert für Frauen <18ml, Männer <25ml), echoarmer Knoten ohne halo, Knoten ca 0,52cm x 0,47cm messend im rechten SDL. Lymphknoten unauffällig. Beurteilung : Bild wie Thyreoiditis, Typ Basedow mit einem solitären kleinen Knoten rechts. Jährliche Kontrolle, weiterführende Labordiagnostik.

Ich nehme jetzt seit Mitte April Euthyrox. Erst 2Wochen 12,5mg und seitdem 25mg. Die nächste Blutkontrolle ist Anfang Juli.

Wäre eine Szintigrafie nötig? Und ich frage mich, ob es auch hashimoto sein könnte?

Viele Grüße und ganz lieben Dank :)
flauschi


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche bitte Rat!
BeitragVerfasst: 29. Jun 2015 21:27 
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Registriert: 05. Feb 2015 7:39
Beiträge: 541
Es sieht sehr nach hashimoto aus. Szintigraphie ist heutzutage nicht mehr Usus bzw indiziert, nur bei Krebsverdacht. Bei dir sieht es wegen Verkleinerung deiner SD udn inhomogenen Strukturen in selbiger nach hashimoto aus. Der TSH ist erhöht. Heutige wissenschaftlich fundierte Normobergrenze liegt bei 2,5. Aber Du zeigst einen wert der sogar noch über der derzeit leider noch als Standard geltenden alten Normobergrenze von 4,5. Diese Unterfunktion wird auch durch die niedrignormalen freien Werte fT3 und ft4 bestätigt.

Eigentlich spricht nichts gegen eine sofortig beginnende Thyroxin-Therapie/-Dosisfindung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche bitte Rat!
BeitragVerfasst: 30. Jun 2015 6:23 
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Registriert: 20. Jun 2015 8:02
Beiträge: 9
Wohnort: Hildesheim
Liebe melissa, vielen Dank für die Antwort! Dann läuft ja alles richtig. Über nächste Woche habe ich nochmal einen Bluttest und dann wird euthyrox erhöht. Nehme jetzt 25 und denke 12,5 schritte zum erhöhen sind ok oder gleich 25mg mehr? Habe bislang von 12,5 auf 25 erhöht und das einschleichen der Dosis am Anfang war stärker zu merken als die zweite Erhöhung. Ich habe meine Bedenken, dass eine Erhöhung um 25 zu heftig ist.
Bye flauschi


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche bitte Rat!
BeitragVerfasst: 30. Jun 2015 14:21 
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Registriert: 05. Feb 2015 7:39
Beiträge: 541
Zu geringe Dosen sind manchmal schlechter zu ertragen als wenn man grössere schritte macht. Herzpatienten sollten vorsichtig einschleichen. Der Hersteller empfiehlt nicht ohne Grund in der Fachinformation für Thyroxin von Henning Steigerungsstufen von 25-50µg alle 1-2 Wochen.

Wer aber langzeit unterdosiert war oder zu lange unbehandelt schon strake Symptome erlitten hatte, Herzrasen oder -rhythmusstörungen und nur noch eine kleine SD, der MUSS vorsichtiger steigern. manch einer kommt dann gar nicht mehr auf die benötigte Zieldosis.

zu meiner Zeit hat man mich superschnell über die 75µg direkt auf 150µg gesetzt. ich hab das gut vertragen damals, offenbar deshalb so schnell besserung erleben dürfen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche bitte Rat!
BeitragVerfasst: 30. Jun 2015 19:28 
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Registriert: 20. Jun 2015 8:02
Beiträge: 9
Wohnort: Hildesheim
Achso, dass ist interessant! Wusste ich noch nicht, dann werde ich das im Hinterkopf behalten bei der nächsten Dosiserhöhung. Da ich 55kg wiege und ich hier mal gelesen hab,dass man 1,5microgram pro kg benötigt, wäre ja 75microgramm die theoretische optimale Dosis. Aber ich will auch nicht übers Ziel hinausschießen mit dirdkt 50microgramm mehr und ne ÜF bekommen...da hab ich bedenken.
Danke
bye flauschi :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche bitte Rat!
BeitragVerfasst: 02. Jul 2015 7:56 
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Registriert: 05. Feb 2015 7:39
Beiträge: 541
In kleinen Schritten aber konsequent bis zur Zieldosis gesteigert macht viel Sinn. Du kannst das vom Wohlbefinden abhängig machen. Die Dosiserhöhung sollte erstmal Besserung bringen, sobald diese wieder nachlässt scheint der nächste Steigerungsschritt angezeigt.

Anfangsschwierigkeiten wie Herzrasen oder -Herzrhythmusstörungen kann man mit Brennesseltee lindern.

Ähnlich wie ein ewig untertourig oder nur Ultra-Kurzstrecke gefahrenes Auto, wenn man mal ein guter Autofahrer aufs Gas tritt, dann kann es sein dass der erstmal ruckelt, knallt und Rauchwolken aus dem auspuff entlässt. Das macht den Betroffenen meist mehr Angst als nötig. Nach 100 km auf der Autobahn ist dann alles schön eingefahren udn der Auspuff blütenweiss:).

Leider sind aber viele von uns in den letzten Jahren eher mit zu geringer Dosis abgespeist worden. Wessen Herz dann schon 1-2 Jahrezehnte darunter gelitten hat, der MUSS vorsichtig steigern und Sicherheitsmassnahmen kennen und einen guten Arzt/Berater haben damit er es schafft auf eine gute Dosis zu kommen.

Manche haben es auch übertrieben, Zuviel als auch Zuwenig ist schädlich für den Körper. Das ZUVIEL wird in den letzten Jahren von den Ärzten so serh gemieden, dass viele ins andere Extrem übergegangen sind und zu wenig verordnen (oder gar nicht). Hier können wir nach der Ursache suchen warum soviele Deutsche immer müder, schwächer werden, Burn Out und Depressionen, Adipositas oder Untergewicht erleiden.

Die goldenen Mitte zu finden ist das wichtige. Momentan muss man eher aufpassen dass man nicht unterdosiert wird. Selten gibt es vielleicht auch nochmal den fall dass jemand überdosiert.

Die Regel heisst bis 1,5µg/Kg konsequent steigern..und anschliessend den TSH unter 1,2 (1,0) halten. Dazu kann weitere Steigerungsschritte notwendig sein, wobei man 2µg/Kg KG als Obergrenze im Hinterkopf haben sollte. Besser mit Selen, Progesteron, Vitamin D die SD-Funktion generell verbessern als gleich den gesamten Zieldosisbereich auszuschöpfen. Wünschenswert ist es wenn mehr Ärzte sich bei Hahsimoto dazu bereit erklärten, das alles im Blick zu behalten. Oftmals werden grosse Blutbilder gemacht, mit vielen Werten..und es passiert dass zuwenig bis gar kein SD-Parameter mitgemessen wird. Da muss man als Patient immer aufpassen. Vieles andere an Werten bräuzchte man NICHT roitinemässig zu untersuchen bei Hashis. Die Krankenkasse zahlt da Bestimmungen überflüssigerweise, aber die Werte die für den SD-patienten wichtig wären werden selten ausführlich bestimmt.

Liegt das daran dass Hashimoto als seltene Erkrankung gelehrt wurde als unsere Meidziner noch in der Ausbildung waren? Heute ist es Volkskrankheit, sogar Hunde und Katzen leiden massiv darunter.

Ist doch traurig, dass man immer wieder hören muss, dass Heilpraktiker ihre Patienten auf einen wahrscheinliches SD-Problem aufmerksam machen.

Ärzte, tut Euren Job!


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche bitte Rat!
BeitragVerfasst: 02. Jul 2015 8:03 
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Registriert: 05. Feb 2015 7:39
Beiträge: 541
Melissa hat geschrieben:
In kleinen Schritten aber konsequent bis zur Zieldosis gesteigert macht viel Sinn. Du kannst das vom Wohlbefinden abhängig machen. Die Dosiserhöhung sollte erstmal Besserung bringen, sobald diese wieder nachlässt scheint der nächste Steigerungsschritt angezeigt.

Anfangsschwierigkeiten wie Herzrasen oder -Herzrhythmusstörungen kann man mit Brennesseltee lindern.

Ähnlich wie ein ewig untertourig oder nur Ultra-Kurzstrecke gefahrenes Auto, wenn man mal ein guter Autofahrer aufs Gas tritt, dann kann es sein dass der erstmal ruckelt, knallt und Rauchwolken aus dem auspuff entlässt. Das macht den Betroffenen meist mehr Angst als nötig. Nach 100 km auf der Autobahn ist dann alles schön eingefahren udn der Auspuff blütenweiss:).

Leider sind aber viele von uns in den letzten Jahren eher mit zu geringer Dosis abgespeist worden. Wessen Herz dann schon 1-2 Jahrezehnte darunter gelitten hat, der MUSS vorsichtig steigern und Sicherheitsmassnahmen kennen und einen guten Arzt/Berater haben damit er es schafft auf eine gute Dosis zu kommen.

Manche haben es auch übertrieben, Zuviel als auch Zuwenig ist schädlich für den Körper. Das ZUVIEL wird in den letzten Jahren von den Ärzten so serh gemieden, dass viele ins andere Extrem übergegangen sind und zu wenig verordnen (oder gar nicht). Hier können wir nach der Ursache suchen warum soviele Deutsche immer müder, schwächer werden, Burn Out und Depressionen, Adipositas oder Untergewicht erleiden.

Die goldenen Mitte zu finden ist das wichtige. Momentan muss man eher aufpassen dass man nicht unterdosiert wird. Selten gibt es vielleicht auch nochmal den Fall dass jemand überdosiert.

Die Regel heisst bis 1,5µg/Kg konsequent steigern..und anschliessend den TSH unter 1,2 (1,0) halten (solange er noch aussagekräftig ist). Dazu können weitere Steigerungsschritte notwendig sein, wobei man 2µg/Kg KG als Obergrenze im Hinterkopf haben sollte. Besser mit Selen, Progesteron, Vitamin D die SD-Funktion generell verbessern als gleich den gesamten Zieldosisbereich voll auszuschöpfen.

Wünschenswert ist es wenn mehr Ärzte sich bei Hahsimoto dazu bereit erklärten, das alles im Blick zu behalten. Oftmals werden grosse Blutbilder gemacht, mit vielen Werten..und es passiert dass zuwenig bis gar kein SD-Parameter mitgemessen wird. Dann hört der leidende SD-Patient immer wieder "ALLES OK!" Da muss man als Patient immer vorher VOR der Blutentnahme! aufpassen. Vieles andere an Werten bräuchte man NICHT routinemässig zu untersuchen bei Hashis. Die Krankenkasse zahlt da Bestimmungen überflüssigerweise, aber die Werte die für den SD-Patienten wichtig wären werden selten ausführlich bestimmt. Aber weil man ja ein "grosses" Blutbild gemacht bekommen hat, geht manch eine Patient davon aus, dass er gründlich untersucht worden ist..nur leider häufig am Thema vorbei. Auch wenn man sich doof vorkommt ist es hilfreich immer wieder zu erwähnen dass man Hashimoto habe (spätestens bei der Sprechstundenhilfe, die nimmt dann das wichtige extra Röhrchen Blut ab). Und auch wenn dann nur der TSH bestimmt worden ist ...wennes nachher Unklarkeiten gibt kann man weitere SD-parameter aus dieser alten Blutprobe nachbestimmen lassen.

Frauen und Männer mit KINDERWUNSCH sollten das auch immer dazu dazusagen, sich nicht schämen.

Liegt das daran dass Hashimoto als seltene Erkrankung gelehrt wurde als unsere Meidziner noch in der Ausbildung waren? Heute ist es Volkskrankheit, sogar Hunde und Katzen leiden massiv darunter.

Ist doch traurig, dass man immer wieder hören muss, dass Heilpraktiker ihre Patienten auf einen wahrscheinliches SD-Problem aufmerksam machen.

Ärzte, tut Euren Job!


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche bitte Rat!
BeitragVerfasst: 02. Jul 2015 18:10 
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Registriert: 20. Jun 2015 8:02
Beiträge: 9
Wohnort: Hildesheim
Ok vielen Dank,du kennst dich wirklich wahnsinnig gut aus! Ich werde mir mal alles wichtige aufschreiben, damit ich es auf einen Blick sehe und auch für die arztbesuche bzw bluttest.

wieso denkst du ich hab hashimoto, obwohl die Antikörper Werte in Ordnung sind? Das habe ich noch nicht verstanden.

bye flauschi


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche bitte Rat!
BeitragVerfasst: 02. Jul 2015 22:45 
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Registriert: 05. Feb 2015 7:39
Beiträge: 541
Sd-Unterfunktionen kommen heute fast immer von Hashimoto. Jodmangel ist ausgerottet in Deutschland. Nicht wenige haben anfangs keine Antikörper. Ich habe nach 20 Jahren jetzt durch sehr gute Einstellung nun endlich auch keine Antikörper mehr, also unter der Untergrenze. Vielleicht liegts auch daran dass ich Selen nehme. Man geht davon aus dass ca 20% der Hashimotokranken seronegativ sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: Brauche bitte Rat!
BeitragVerfasst: 03. Jul 2015 5:12 
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Registriert: 20. Jun 2015 8:02
Beiträge: 9
Wohnort: Hildesheim
Ach soooo :shock: ganz lieben Dank für deine ganzen ausführlichen Antworten! Es ist so interessant diese Krankheit verstehen zu lernen und erschreckend,dass so viele Ärzte unwissend sind bzw kein Interesse habe sich mal in etwas reinzulesen(so kommt es mir vor,bloß nicht über den Tellerrand blicken).
Bye flauschi


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