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 Betreff des Beitrags: Basedow und Sport
BeitragVerfasst: 19. Nov 2015 22:11 
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Registriert: 16. Okt 2015 20:39
Beiträge: 4
Hallo!

Ich habe von meinem Arzt absolutes Sportverbot erteilt bekommen, was ziemlich frustrierend für mich ist. Er hat leider nicht gesagt wie lange dieses Verbot gilt.

Wie war das bei euch? Ich muss jetzt für 1 1/2 Jahre Thiamazol nehmen. Darf ich dann für die nächsten 1 1/2 Jahre keinen Sport machen oder gilt das nur für die ersten Wochen und Monate?

LG Edith


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 Betreff des Beitrags: Re: Basedow und Sport
BeitragVerfasst: 20. Nov 2015 11:36 
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Registriert: 05. Feb 2015 7:39
Beiträge: 541
Du solltest dazu Zweitmeinungen einholen.

Was hast du für Symptome. Wie sind deine BLUTWERTE: immer aushändigen lassen!

Die Diagnose Morbus Basedow und Hashimoto gehen häufig ineinanderüber. Möglicherweise ist der "Morbus" Basedow nur einen Frühform vom Hashimoto. Die Antikörper können bei beiden Formen auftreten. Es können auch noch gar keine Antikörper messbar sein. Aber dann fällt den Ärzten die Diagnose schwer.

Du hast einen zu niedrigen TSH? Dann liess hier: "Zur Erniedrigung (des TSH) führen ferner Medikamente wie L-Dopa sowie Erkrankungen wie das Cushing Syndrom, Wachstumshormonexzesse, Anorexia nervosa und die endogene Depression." Quelle: https://web.archive.org/web/20071230014 ... _tsh.shtml

Recherchiere nach den Begriffen: "Thyreotropin" für TSH; Hashimoto und "Hashitoxikose", die Begriffe "Morbus" und "Syndrom"

Bei manchen Patienten liegt eher eine Hashitoxikose vor, die meist von allein vorübergeht. Frage deine Ärzte wie sie bei Dir Morbus Basedow von einer Hashitoxikose oder einem autoaggressiven Hashimoto-Schub abgrenzen? Lass dich nicht ins Bockshorn jagen. Höre genau zu und überprüfe deren Aussagen!

Warum kein Sport? Dass erscheint mir genauso wenig hilfreich wie der Verbot von Eiern und Butter bei Hypercholesterinämie.

Im Gegenteil das Abtrainieren der SD-Hormone ist doch eine gute Methode sie selber, also ihren Blutspiegel und damit deren Gefahrenpotential zu senken?!? Frage den Arzt nochmal genau nach der Rationale für das Verbot. Vielleicht sollst du nur für die nächste Blutkontrolle vorher keinen Sport machen, dich möglichst wenig bewegen, nicht Treppensteigen, ja nicht auspowern?

Auch die Länge der Thiamazolgabe kann von einem anderen Arzt anders beurteilt werden. Vielleicht ist es auch gar nicht nötig. Wenn die Blutwerte bereits das nächste Mal besser aussehen, sollte diese Zeitdauer UND die Dosis hinterfragt werden. Lass doch mal deine Gynäkologin TSH, fT3, fT4 überprüfen.. und vielleicht noch den SD-Antikörper, der bei Dir erhöht gemessen wurde. Nimm vorher länger Selen und Vitamin D(sehr hilfreich bei Autoimmunekrankungen, kann sogar deren Ausbruch verhindern! Lass Vit.D-Spiegel bestimmen auf eigene Rechnung). Lass das nur in der 2. Zyklushälfte nachmittags machen. Wenn Kinderwunsch besteht....auch wenn es derzeit noch etwas früh erscheinen sollte..bitte kommunizieren. Dann ist auch der Gynäkologe viel engagierter die Schilddrüse mitzukontrollieren.

LEIDER sprechen wir Frauen meist erst darüber wenn der Zug schon fast abgefahren ist.

Hole alle deine Schilddrüsenwerte ab und Ultraschallergebnisse und Szintigramme usw...was eben bisher gemacht worden ist und gehe damit zu anderen Ärzten. Lege das deinen anderen Ärzte vor. Auch im Internet kann man Sachverständige dazu kontaktieren. Sammele die Meinungen und versuche sie zu verstehen. Ja, du musst VIEL lernen. Denn man kann auch von sehr seriösen Quellen nicht immer die richtigen Einschätzungen erwarten. Man muss dich kennen. Die Schilddürse trixt, versteckt sich, macht paradoxe Reaktionen. Deshalb ist nichts trivial bei diesem Thema.

Einfache Jodmangelkropf-Medizin, die bis Ende der Achtziger jahre gefordert war udn leider oft noch heute unverändert gelehrt wird..ist hier nicht ausreichend. Und bezüglich Autoimmunerkrankungen sind oft die amsouveränsten erscheinendsten Ärzte, die am wenigsten informierten. Die Ärzte die einem sofort erzählen wieoft sie schon solche Patienten gesehen haben, die haben es offensichtlich nötig Selbstmarketing zu betreiben.

Leider sind die Ausbildungen zu Autoimmunerkrankungen noch nicht sehr ausführlich an medizinischen Fakultäten. Keinesfalls umfassend.

Möglicherweise frisst dein eigenes Immunsyystem deine SD eh selber auf.

Du hast doch Muskeln, du bist doch sportlich...WARUM soll man das alles kaputt machen? Warum nicht diese Methode zur Therapie NUTZEN? Oder machst du zuviel des Guten? Trainierst du um schlank zu bleiben/werden udn bist eh schon zu dünn. JA! mit zunehmendem Körpergewicht steigt auch meist der TSH. Die Ärzte schlussfolgern gern Zusammenhänge zwischen Schilddrüse und Körpergewicht (Adipositas=Hypothyreose..und Anorexie = Hyperthyreose). Das kann zu kurz gedacht sein. Aber wenn du vielleicht sogar dich mangelernährst, Bullemikerin bist...dann kann ich den gedankengang nachvollziehen. Deshalb muss man immer den Patienten sehen und kann aus der Ferne keine Diagnose abgeben.

Schilddrüsenkranke, zumal wenn ein autoimmunes Geschehen zugrunde liegt, sind nicht unbedingt mit dem gesunden Menschen vergleichbar, wo Sport allgemein den Kreislauf anregen hilft.

Du kannst das Herz entlasten, wenn du leichten erholsamen Sport betreibst, Konditionssport. Aber eben auch nicht übertreiben.

Bei Dir liegen zuviele SD-Hormone im Blut vor. Mit Sport sollte man diese ihrem Nutzen entsprechend abarbeiten. Manche Menschen sind in solchen Situationen höchstleistungsfähig: körperlich oder geistig. Ja vielleicht gäbe es manche Erfindung oder Rekorde nicht, wenn nicht die Schilddrüse in diesen Fällen überproportional abgeliefert hätte.

Das mit den hohen Risiken, die Ärzte in ihrem Studium lernen, wird heute etwas einseitig überbetont. Vielleicht ist es in deinem Fall ganz anders? Ist häufig so.

Ich habe meine Hashitoxikose ohne Schildrüsensuppression überstanden udn habe die Energie genutzt für meine Diplomprüfung, die ich so mit Note Eins abschliessen konnte. Ich habe aber viel Hühnerbrühe und alkoholfreies Bier getrunken. Hopfen hat mich beruhigt und die Schilddrüsenleistung gebremst. Hopfen enthält PhytoÖstrogene. Östrogene wirken hemmend auf die schilddürsnleistung.


Bei Dir ist die Ursache auch eine Autoimmunreaktion. Dein Immunsystem erkennt deine SD, es zerstört SD-Zellen sukkzessive und lässt darin gespeicherte SD-Hormone ins Blut. Das mess- und fühlbare Ergebnis ist eine Überfunktion.

Mit Selen kannst du deine Autoaggression beruhigen.
Mit Thyroxin kann man die Autoaggression oft beruhigen. Für die meisten etwas oberflächlich ausgebildeten Ärzte erscheint das aber paradox udn sie bremsen die SD mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Sie operieren dann vielleicht sogar die SD. Manche entfernen sie sogar ganz.

Du erkennst daran dass es da viel Unklarheiten gibt.

Wäre ich heute an deiner Stelle würde ich:

200mg Selen am Tag einnehmen
vor Blutabnahmen Koffeinhaltige Getränke trinken, Aspirin weglassen, Sport treiben, Hausputz, Treppensteigen...
Blutabnahmen nachmittags, in der 2. Zyklushälfte, im tiefsten Winter terminieren (notfalls selber zahlen, wenn der Arzt oder Sprechstundenhilfe was dagegen hat).

Mit Kaffee und Coffein kann man die im Blut befindlichen SD-Hormone aktivieren, dann muss man sie aber auch ausnutzen..also abtrainieren, sich bewegen, Leistung erbringen. Wenn man das NICHT tut dann regen evt zuviel vorhandene Hormone im Blut nur das Herz an, es kann eine Kardiomyopathie daraus entstehen.

Mit Kaffee und Bewegung leben Menschen länger. Guter entspannender Ausdauersport sollte dir gut tun.

Ernährst du dich einseitig? Nimmst du Schlankheitsmittel? Jodsalz?

Achte darauf JOD zu meiden.
Iss Gemüse, weniger Getreide vor allem Weizen lass weg. Statt dessen lieber Buchweizen, Hafer oder Gerste. Am besten mal ne Zeit low carb ernähren.

Recherchiere in deiner Familie? Gibt es Hashimoto, Schilddrüsenprobleme, -Operationen oder andere Autoimmunerkrankungen?

Ernährst du dich zu Kohlehydratlastig? Kannst du mehr Eiweiss essen? Das reguliert dein körpergewicht egal aus welcher Richtung. Kohlehydratreiche Kost entfernt vom Normalgewicht, macht unter- oder übergewichtig. Bekannter ist die Adipositas als die Anorexie als Folge.


Zuletzt geändert von Melissa am 25. Nov 2015 9:24, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Basedow und Sport
BeitragVerfasst: 24. Nov 2015 14:12 
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Registriert: 16. Okt 2015 20:39
Beiträge: 4
Wow, danke für so viele Tipps!
Mir erscheint das mit dem Sport auch seltsam. Ich muss zwar schon sagen, dass ich bei Ausdauersport Probleme bekomme, nicht aber bei Kraftsport und Gymnastik, Pilates oder Yoga.

Ich habe noch 3 Termine, bei 3 versch. Ärzten, werde sie also alle mal nach ihrer Meinung fragen! :)
Danke!
LG


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 Betreff des Beitrags: Re: Basedow und Sport
BeitragVerfasst: 01. Dez 2015 9:18 
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Registriert: 05. Feb 2015 7:39
Beiträge: 541
Brennesseltee zur Beruhigung des Herzens!


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