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BeitragVerfasst: 10. Nov 2012 13:26 
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Registriert: 03. Aug 2012 10:41
Beiträge: 1
Hi,
ich wende mich an euch, denn vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.
Seit Jahren lag mein TSH-Wert zwischen 4 und 8, Ft3 und FT4 im oberen Drittel, allerdings nahm ich keine Tabletten da ich beschwerdefrei war. Im März 2012 verloren wir unsere Zwillinge in der 23. SSW aufgrund einer Frühgeburt. Man riet mir nun doch dazu aufgrund der leichten Unterfunktion Thyrex 50 zu nehmen. Ich nehme nun seit Anfang August 1 Tablette täglich. Mein Arzt wollte die Werte nach drei Monaten kontrollieren. Nun kam uns meine Schwangerschaft dazwischen! Wir freuen uns natürlich riesig!!!! Ich bin in der 6. SSW, also alles noch recht frisch. Als ich allerdings nun meinen Befund abholte, bin ich vor Schreck weinend zusammengebrochen. Mein TSH-Wert liegt bei 0.05!!!! Ft3 liegt bei 4.19 und Ft4 bei 1.76! Ich bin nun völlig verzweifelt, da ich in eine Überfunktion gerutscht bin... Anscheinend war ich von Anfang überdosiert.
Was hat das für Folgen für mein Kind??
Ich hab große Angst, dass ich dieses Kind verlieren könnte oder es nicht gesund sein könnte... Am Montag werde ich natürlich sofort zum Arzt gehen. Aber vielleicht könnt ihr mich schon beruhigen?
Ich danke euch!!!


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BeitragVerfasst: 07. Feb 2015 17:29 
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Registriert: 05. Feb 2015 7:39
Beiträge: 541
Du bist hoffentlich mittlerweile Mutter eines gesunden Kindes geworden.

Die freien Werte kann man ohne Normbereich nicht beurteilen. Der TSH sieht nur auf den ersten Blick aus wie ein Überfunktion. Wer genauer hinschaut UND deine derzeitige Dosierung kennt, der weiss dass mit dieser Dosierung alleine keine ÜBERfunktion ausgelöst werden kann. Es gibt einige Ausnahmefälle, wo der TSH supprimieren kann. Das wären z.B. die Nutzung von Aspirin oder Schilddrüsentabletten, die auch T3 enthalten. Auch ein autoaggressiver Schub eines Hashimoto kann zu einer TSH-Erniedrigung führen. Weniger wahrscheinlich ist tatsächlich, dass du mit 50µg überdosiert wärest.

Wenn die freien Werte nicht im oberen Drittel der Norm liegen, sondern darunter, vielleicht der fT3-Wert gar unter 50%, dann ist gar UNTERdosierung hier zu bedenken. Gerade auch im Hinblick auf die Schwangerschaft, wo immer mehr Schilddürsenhormone benötigt werden, ist es wichtig, dass du einen Speicher an Schilddrüsenhormonen hast/aufbaust. Sowas braucht der Mensch auch für den Winter alleine schon.

Ein Richtungswechsel in der Therapie inform einer Dosissenkung würde ziemliche Hormonschwankungen verursachen. Ich würde also jetzt empfehlen sehr genau untersuchen zu lassen, was bei dir vorliegt.

Möglicherweise war die Dosisfindung, wie du auch schon schreibst, eben noch nicht abgeschlossen. Dein Körper benötigt wahrscheinlich alleine schon ein paar Tage mehr Thyroxin als dir zugeführt wird. Deine eigene Schilddürse musste jetzt auch zusätzlich noch durch die eintretende Schwangerschaft wieder sehr aktiv mitarbeiten um den erhöhten Bedarf zu decken. Dabei werden eben auch wieder Antigene gebildet und die Autoaggression wieder angeheizt. Dann sind auf einmal wieder mehr Hormone im Blut, eben durch die Autoimmunerkrankung, wenn das eigene Immunsystem einzelnde Schilddrüsenzellen letztendlich lysiert und die normalerweise dort gespeicherten Hormone freiwerden.

Letztendlich steigt dein Bedarf an substituierten Schilddürsenhormonen im Laufe der Schwangerschaft auf das 1,5fache an.

Sollte jetzt akut mal der TSH supprimiert sein, kann das in 2 Wochen wieder anders sein. Die Werte sollten in jedem Fall zeitnah nochmal überprüft werden, bevor jetzt vorschnell ein Richtungswechsel Richtung Dosissenkung oder gar Absetzen stattfindet.

Vorsichtig würde ich eher sein in Bezug auf Unterdosierung. Mehr Thyroxin könnte eine evt. hier vorliegende Autoaggression beruhigen und so den TSH wieder ansteigen lassen. Dann wäre wieder ein Schritt in Richtung suffizienter Dosisfindung vollzogen. Und die Schwangerschaft sollte nicht gefährdet werden. In der Fachinformation für Thyroxin von Henning werden die 25er und 50er Dosierungen als Einstiegsdosierungen explizit NUR INITIAL empfohlen (also im Rahmen der Dosisfindung zu Beginn). Der Weg geht also bei Dir in Richtung Steigerung. Insbesondere bei Vorliegen einer Schwangerschaft.

WENN es gegen meine Vermutung doch zuviel wäre, könnte ein Speicher aufgebaut werden.

Solange der fT3-Wert nicht über der Norm liegt, kann keine sichere Überfunktionsdiagnose gestellt werden.


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