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 Betreff des Beitrags: Schwangerschaft / Fehlbildung
BeitragVerfasst: 25. Okt 2014 10:17 
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Registriert: 23. Mär 2013 13:02
Beiträge: 9
Hallo an alle Mitglieder,

war schon lange nicht mehr im Forum, aber vielleicht kann mir doch jemand helfen.

Ich hätte gern ein 2. Kind, nur mein Partner ist etwas skeptisch, da mir letztes Jahr die Schilddrüse komplett entfernt wurde und ich dann zur RJ-Therapie musste. Sein Argument gegen ein 2. Kind ist, dass es durch die RJ-Therapie eventuell Fehlbildungen (geistig und körperlich) haben könnte.

Gibt es bekannte Risiken bzw. kann ich ihm irgendwie die Angst nehmen?

Liebe Grüße

Gudrun


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwangerschaft / Fehlbildung
BeitragVerfasst: 25. Okt 2014 20:04 
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Registriert: 27. Nov 2010 15:01
Beiträge: 187
Hallo,

ich kenne einige Frauen, die nach RJT, sogar nach mehreren RJTs, gesunde Kinder bekommen haben.
Wieso kommt Dein Partner auf die Idee? Einfach so? Es scheint nämlich so.

Viele Grüße
Charlotte


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwangerschaft / Fehlbildung
BeitragVerfasst: 07. Feb 2015 14:33 
Offline

Registriert: 05. Feb 2015 7:39
Beiträge: 541
Die Schilddrüse ist wichtig für eine ordungsgemässe und erfolgreiche Schwangerschaft, für die Gesundheit der Mutter und des Kindes. Sollte irgendwas mit den Schilddrüsenhormonen nicht korrekt laufen, besteht tatsächlich die MÖGLICHKEIT der körperlichen oder psychischen Fehlbildung. Doch bevor es dazu kommt ist das Risiko einer Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft wesentlich grösser.

Wenn Dir die Schilddrüse KOMPLETT entfernt worden ist UND Du noch die Radio-Jod-Therapie anschliessend hattest, dann MUSST du jetzt genügend Schilddürsenhormone bekommen. Das sind Dosierungen die über das normale Mass hinausgehen. WENN noch Restschilddrüse vorhanden ist, empfiehlt der Hersteller von Thyroxin, Henning, einen Dosisbereich zwischen 100-200µg als Tagesdosis.

Sei versichert, dass du erst schwanger werden kannst, wenn du selber einigermassen korrekt mit Schilddürsenhormonen eingestellt bist. Dass das der Fall ist merkst du daran, dass dein Zyklus relativ genau dem idealen 28-Tage-Rhythmus folgt UND du eine gesunde Libido hast. Wenn du dagegen eher unter Stimmungsschwankungen leidest, dein Zyklus schwankt, eher verlängert ist oder ganz ausbleibt, deine Libido eher zu wünschen übrig lässt, dann sollt deine vorrangige Sorge sein erstmal DEINE ideale Zieldosierung zu finden.

Ich habe nun seid 4-5 Jahren KEINE eigene Schilddrüse mehr, mein Bedarf an Thyroxin hat sich von ehemals 200µg auf eine Dosis erhöht, die ca 250µg Thyroxin (T4) entspricht.

Leider haben meine Ärzte die richtige Dosierung erst NACH meinem gescheiterten IVF-IXCI Versuch gefunden, NACH der Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft. Wir haben ALLES dafür getan, Eltern zu werden. Leider kamen die entscheidenden Dosisüberlegungen erst NACHdem ich zu alt für alles geworden war.

Vor den Wechseljahren scheint der Bedarf an Thyroxin nochmal deutlich anzusteigen. WENN dann die Periode ordnungsgemäss (nicht Unterfunktionsbedingt!) ausbleibt, dann wechselt der weibliche Körper von einer eher östrogendominanten Stoffwechsellage in eine Östrogenmangelsituation.

Östrogen schlägt auf die Schilddrüse, lässt deinen Thyroxinbedarf steigen.

Wahrscheinlich leiden soviele Frauen an heftigen Wechseljahresbeschwerden, weil diese Zusammenhänge bei den Hormonen nicht flächendeckend bekannt sind.

IN der Schwangerschaft selber steigt der Thyroxinbedarf auf das bis zu 1,5fache deines Nichtschwangeren-Bedarfes.

Also zuallererst ist wichtig, dass du JETZT korrekt mit Schilddrüsenhormonen eingestellt bist. Wenn du dich pumperlgesund fühlst, Normalgewicht hast, eine gute ausgeglichene Stimmung die meiste Zeit dein eigen ist, du über genügend Libido verfügst, dann sollte das klappen. Wenn das nicht der Fall ist, lass deien Schilddürsnhormone wieder prüfen. Für eine Schwangerschaft sollte der TSH um die 1,0 liegen, die freien Werte fT3 und fT4 im oberen Bereich der Norm.

Manchmal ist der TSH dauersupprimiert. Das kann alleine schon daran liegen wenn du ein Schilddürsenmedikament bekommst das T3 beinhaltet. Das senkt deinen TSH-Wert oder lässt ihn ganz verschwinden. Dann darf der TSH nicht zur Dosisfindung herangezogen werden. Aber das müssten dein Ärzte wissen, wenn du gar keine SD mehr hast. Trotzdem rate ich dir dringend das nachzuvollziehen.

Wenn dein TSH nicht mehr auswertbar ist, dann muss rein mit den freien Werten die Dosis bestimmt werden. Im oberen Bereich der Norm, im oberen Drittel..je weiter oben desdo besser. Erst wenn auch der fT3-Wert ÜBER der Norm liegt, liegt wirklich gesichert eine ÜBERFUNKTION vor. Dann sollte eine Dosianpassung nach unten erfolgen.

Im Zweifel ist eine leichte Überdiosierung in der Schwangerschaft besser als eine Unterdosierung. Der bedarf steigt mit zunehmeder Schwangerschaft..udn ist auch nach der Niederkunft noch erhöht, da dein Kind sich weiter von Dir ernähren soll. Etwas Reserve an Schilddürsnhormon wäre also dringend anzuraten.

Nur längerfristig kann irgendwann eine Überdosierung Probleme bereiten. Bei einem Morbus Basedow oder in einer Hashitoxikose allerdings ist eine Überfunktion nicht Substitutionsbedingt sondern krankhaft. Da gibt es grosse Probleme, die man aber NICHT verwechseln sollte mit einer momentanen leichten Überdosierung. Der Körper verfügt über grössere Speicherkapazitäten, ja benötigt einen gewissen Speicher. Ausserdem gibt es diverse Regulationsmechanismen, die eine Überfunktion verhindern. Selbst wenn der TSH zu niedrig UND der fT3 ÜBER der Norm liegt, dann macht der Körper eben inaktives REVERSE T3..oder bildet weniger Dejodinase...damit der Körper weniger T3 aus dem zuviel vorhandenen T4 macht. NUR T3 ist das eigentlich aktive Schilddrüsenhormon, weder TSH noch fT4 oder reverse T3 sind wirklich stoffwechselaktiv.

Also besteht erst wirklich Grund zur Besorgnis, wenn der fT3-Wert über der Norm ist. Und das könnte dann in den Ländern die reverse T3 nicht bestimmen, auch quantitativ reverse T3 sein.

Manchmal werden auch aufgrund UNTERdosierung zuviele freie Hormone ins Blut abgelassen, weil nämlich dann der TSH steigt, die kranke Schilddrüse zur Schilddrüsnhormonproduktion aktiviert wird und somit DAS Antigen bildet, gegen dass das Immunssystem z.B. bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto Th. gerichtet ist. Dann werden Schilddürsnzellen lysiert, deren normalerweise intrazellulärgespeichertes Hormon wird frei und im Blut messbar. Wer also an einer Autoimmunerkrankung der Schilddürse erkrankt ist, kann manchmal nicht unterscheiden, ob das zuviel an freien Schilddürsenhormonen im Blut noch von der Tablette oder von der Autoaggression herrührt. Dann muss man einmal mehr überlegen, macht die Dosis Sinn, passt das für das Körpergewicht, für den Lebenswandel, das Alter, ein Leben ohne Schilddrüse. Manchmal hat man Angst vor Überdosierung und war noch nie in einem vernünftigen Dosisbereich, sondern zu niedrig.

Bei Dir sollte aber alles Schilddürsengewebe verschwunden sein, Autoaggression kaum möglich sein, deshalb bist du jetzt 100% von der externen Versorgung mit Schilddürsenhormonen abhängig.

Wenn bei Dir fT3 oder fT4 ÜBER der Norm liegen, sollte es höchstwahrscheinlich von einer Überdosierung mit Schilddrüsenhormontabletten kommen. ODER aber von einer ASS/Aspirin Einnahme? Denn ASS holt Schilddrüsenhormone aus der Plasmaeiweissbindung. Manche Menschen können deshalb jahrelang eine SD-Unterfunktion durch ASS-Einnahme beruhigen.

Nimm vor der Blutkontrolle bitte keine ASS/oder Aspirin ein. Lass die Schilddürse besser später am Tag, idealerweise nachmittags und in der 2. Zyklushälfte, idealerweise im kalten Winter überprüfen. Bei Kinderwunsch engmaschiger..und in der Schwangerschaft noch öfter.

Manchmal sich wir Hashi-Frauen auch trairig weil wir zu defensiv eingestellt sind. Manche von uns glauben dann alles würde sich zum Geuten wenden wenn sie nur ein Baby hätten...dabei liegt der Schlüssel zu ihren Glück vornehmlich an der richtigen Einstellung mit Schilddürnshormonen. Vielleicht spürt dein mann dass da was nicht ganz in Ordnung ist. Auch ich habe viele Gründe gesucht warum es mir gerade nicht gut geht..habe viele Dinge zu ändern versucht, die eigentlich gut waren. Zuallerletzt habe ich die Zusammenhänge erkannt mit den Schilddürsenhormonen. Diese Erkenntnis war mir aber erst vergönnt als ich nachd er Hashimoto-Diagnose erstmals die richtige Dosis Thyroxin verordnet bekommen habe. Das war 15 Jahre NACH der Diagnose 2005 (ich war 42), meine Fehlgeburt war Anfang 2003. Mein Kinderwunsch besteht heute seit 27 Jahren. Ich habe immer noch meine Periode, wahrscheinlich weil ich so lange einen zulangen Zyklus hatte.

Mach du es besser als meine Ärzte und ich! Pass selber auf, lass dir immer die Blutwerte aushändigen, hole dazu Zweitmeinungen ein. Wenn die Hormone stimmen, dann weiss dein entzückter Mann gar nicht wie ihm geschieht und ihr werdet Eltern;)


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