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Autor: Rosmarie Pichler, Lebensmitteluntersuchung LinzHimalayasalze & Co – besondere Salze?
Salz war in früheren Zeiten rar und mit dem Wert von Gold gleichzusetzen. Mittlerweile ist Salz überall und kostengünstig verfügbar. Nach wie vor ist es dem Konsumenten das beliebteste Würzmittel und wird nach wie vor zur Konservierung von Lebensmitteln eingesetzt.
Speisesalz ist per Definition das durch bergmännischen Abbau (Steinsalz), in Salinen (Siedesalze) oder aus Meerwasser (Meersalz) gewonnene, für die menschliche Ernährung bestimmte Kochsalz.
Speisesalz ist rechtlich in Österreich im Bundesgesetz über den Verkehr mit Speisesalz (Speisesalzgesetz) aus dem Jahr 1963 verankert, wo u. a. die Jodierung von Speisesalz geregelt ist. Vollsalz ist demnach jodiertes Speisesalz, wobei der Gesamtjodgehalt 15-20 mg/kg beträgt. Weiters sind die Beschreibung der Zusammensetzung und chemische und physikalische Anforderungen an Speisesalz im Österreichischen Lebebensmittelbuch definiert. Demnach bestehen Speisesalze zu mindestens 95 % aus Natriumchlorid, der Rest sind natürliche Begleitsalze und Wasser. Zusätzlich sind Rieselhilfsmittel zugelassen (Calciumcarbonat oder Kaliumhexacyanoferrat), dann kann das Salz als „rieselfähig“, „streufähig“ oder gleichsinnig bezeichnet werden.
Seit einigen Jahren werden „Wundersalze“ wie Himalayasalz, Kristallsalz, Ursalz, Natursalz, Ayurvedisches Zaubersalz und ähnliches am Markt, teilweise über Direktvertreiber, mit den verschiedensten Anpreisungen angeboten, wie z. B.
„reich an wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen“
„hoher ….gehalt und ausgewogene Mineralstoffzusammensetzung“
„Anpreisungen über ausgleichende Wirkungen auf den Organismus“.
Dem Verbraucher wird suggeriert, dass es sich um ganz besondere Salze mit überaus wertvollen Mineralien, Spurenelementen bzw. Inhaltstoffen handelt. Nach Analysen wird dies jedoch nicht bestätigt, denn diese vermeintlichen „Wundersalze“ bestehen ebenfalls zu etwa 95 % aus Natriumchlorid, genauso wie normales Speisesalz. Sie enthalten, ebenfalls wie normales Speisesalz, lediglich Spuren an Begleitmineralien. Aufgrund der geringen Zufuhrmengen tragen diese nicht nennenswert zur Nährstoffversorgung bei. Besondere Wirkungen auf den Körper sind nicht belegt oder nicht nachvollziehbar.
Aus gesundheitlicher Sicht ist es daher nicht gerechtfertigt, diese „Wundersalze“ normalem Speisesalz vorzuziehen. In der Regel sind diese Salze, in Gegensatz zu normalem Speisesalz, auch nicht jodiert. Ihr ausschließlicher Gebrauch könte daher zu einer Unterversorgung mit Jod führen. Aussagen zu Schwingungsenergien oder Ähnlichem – und auch teilweise angepriesene (Heil)-Behauptungen – können aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht nachvollzogen werden.
Stand: 26.6.2009